Mythen über "Reichsflugscheiben" und Neuschwabenland
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Geheime Nazi-Basen unter dem Eis, „Reichsflugscheiben“ und eine geflohene NS-Elite: Kaum ein Ort ist so stark mit Verschwörungsmythen aufgeladen wie die Antarktis. Doch woher kommen die Geschichten über Neuschwabenland – und warum spielen sie bis heute in rechtsextremen und Reichsbürger-Erzählungen eine Rolle?
Kaum ein Ort eignet sich besser für fantastische Erzählungen als die Antarktis: weit entfernt, schwer zugänglich und für die meisten Menschen nicht genau vorstellbar. Seit Jahrzehnten ranken sich deshalb Geschichten um geheime Basen unter dem Eis, verborgene Technologien und Mächte, die im Verborgenen um Einfluss kämpfen.
Besonders hartnäckig sind die Mythen um das sogenannte Neuschwabenland. Dort sollen die Nationalsozialisten vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine geheime Basis errichtet haben. Angeblich flohen Hitler und andere NS-Eliten dorthin, begleitet von U-Booten und geheimen „Reichsflugscheiben“. Manche Versionen erzählen sogar von einer bis heute bestehenden deutschen oder nationalsozialistischen Macht im ewigen Eis. Die Geschichte beginnt allerdings nicht mit einer geheimen Festung, sondern mit einer Expedition.
Eine deutsche Expedition ans Ende der Welt
Im Dezember 1938 brach das Schiff Schwabenland zu einer deutschen Antarktisexpedition auf. Unter der Leitung des Polarforschers Alfred Ritscher erreichte die Expedition im Januar 1939 die antarktische Küste. Das Unternehmen stand im Kontext der wirtschaftlichen und machtpolitischen Ambitionen des nationalsozialistischen Deutschlands. Unter anderem ging es um die Erkundung möglicher Walfanggebiete und damit um den Versuch, unabhängiger von ausländischen Rohstoffquellen zu werden. Zugleich sollte die Expedition den deutschen Einfluss und Prestigeanspruch in der Antarktis demonstrieren.
Mit zwei Flugbooten wurden große Teile des Gebiets aus der Luft fotografiert und kartiert. Das erkundete Gebiet wurde als Neuschwabenland bezeichnet. An verschiedenen Stellen warfen die Expeditionsteilnehmer Markierungen mit deutschen Hoheitszeichen ab. Eine geplante weitere Expedition kam durch den Beginn des Zweiten Weltkriegs nicht zustande. Aus Neuschwabenland wurde keine deutsche Kolonie und keine dauerhafte antarktische Siedlung.
Doch die Expedition hinterließ etwas, das später für Spekulationen besonders anschlussfähig wurde: einen spektakulären Ort, eine NS-Vergangenheit und eine Geschichte, die vielen Menschen nur in Bruchstücken bekannt war.
Der Süden, der Krieg und ein Grab auf den Kerguelen
Die Geschichte deutscher Aktivitäten in den südlichen Polarregionen bietet auch einige reale Episoden, die als Stoff für Legenden wirken. So befindet sich auf den abgelegenen Kerguelen-Inseln im südlichen Indischen Ozean das Grab des Matrosen Bernhard Herrmann, der während des Zweiten Weltkriegs ums Leben kam. Sein Grab wird mitunter als das südlichste Grab eines deutschen Wehrmachtssoldaten bezeichnet. Die Kerguelen liegen allerdings nicht auf dem antarktischen Kontinent, sondern weit nördlich davon im südlichen Indischen Ozean.
Solche historischen Spuren zeigen dennoch, wie weit der Krieg und die Aktivitäten deutscher Schiffe in die südlichen Regionen reichten. In späteren Erzählungen können einzelne Details dieser Art leicht in eine größere Geschichte eingeordnet werden: Aus einem Grab, einem Schiff oder einer U-Boot-Fahrt wird dann schnell ein vermeintlicher Hinweis auf geheime Operationen am Ende der Welt.
Wie Neuschwabenland zur Projektionsfläche wurde
Nach dem Zweiten Weltkrieg begannen sich um Neuschwabenland immer neue Geschichten zu bilden. In manchen Versionen sollen deutsche U-Boote bereits während des Krieges Material und Personal in die Antarktis gebracht haben. Andere erzählen von einer riesigen unterirdischen Anlage, die unter dem Eis errichtet worden sei. Dort hätten sich führende Nationalsozialisten, Wissenschaftler und Soldaten nach 1945 zurückgezogen.
Besonders bekannt sind die Geschichten über Adolf Hitler. Obwohl sein Tod in Berlin historisch umfassend dokumentiert ist, behaupten verschiedene Erzählungen, er sei aus Deutschland entkommen und über Spanien oder Argentinien schließlich in die Antarktis gelangt. Die Antarktis wird dabei zu einem idealen Ort für eine geheime Fortsetzung der Geschichte: weit genug entfernt, um unerreichbar zu wirken, und fremd genug, um beinahe jede Vorstellung aufnehmen zu können.
Die frühen Spekulationen standen teilweise vor dem Hintergrund einer realen Sorge: Zahlreiche Nationalsozialisten waren nach 1945 nach Südamerika geflohen und wurden dort teils von autoritären Regierungen geschützt. Daraus entwickelten sich später weit über diese reale Geschichte hinausgehende Erzählungen über geheime Stützpunkte und eine NS-Flucht in die Antarktis.
U-Boote, Operation Highjump und Atombomben
Eine wichtige Rolle in der Legendenbildung spielen die deutschen U-Boote U 530 und U 977. Beide erreichten nach Kriegsende den argentinischen Hafen Mar del Plata – U 530 im Juli, U 977 im August 1945. Ihre verspätete Ankunft sorgte unmittelbar für Spekulationen darüber, was die Boote nach dem deutschen Zusammenbruch unternommen hatten.
Daraus entstand später die Behauptung, sie hätten Hitler oder andere NS-Größen in die Antarktis gebracht. Historische Untersuchungen liefern dafür jedoch keine Belege. Die beiden U-Boote wurden nach ihrer Ankunft untersucht und später in die USA überführt. Auch für einen umfangreichen deutschen U-Boot-Konvoi zur Versorgung einer antarktischen Basis gibt es keine belastbaren Belege.
Ähnlich verhält es sich mit der amerikanischen Operation Highjump von 1946/47. In Verschwörungserzählungen wird sie als Angriff auf eine deutsche Antarktisbasis dargestellt. Tatsächlich handelte es sich um eine groß angelegte amerikanische Antarktisexpedition unter Leitung von Admiral Richard Byrd. Sie diente der Erkundung, Ausbildung und Erprobung unter polaren Bedingungen – nicht dem Kampf gegen deutsche Truppen.
Auch angebliche amerikanische Atombombenangriffe auf Neuschwabenland gehören zur späteren Mythologie. Die USA führten 1958 im Rahmen der Operation Argus tatsächlich drei Atomtests im Südatlantik durch. Sie fanden jedoch Tausende Kilometer von Neuschwabenland entfernt statt. Einen Zusammenhang mit einer deutschen Antarktisbasis gibt es nicht.
Reichsflugscheiben und die Fantasie der Wunderwaffe
Besonders spektakulär wurde die Geschichte durch die sogenannten Reichsflugscheiben. Dabei handelt es sich um die Vorstellung, deutsche Ingenieure hätten während des Nationalsozialismus scheibenförmige Fluggeräte entwickelt, die ihrer Zeit weit voraus gewesen seien. Manche Geschichten beschreiben experimentelle Flugmaschinen, andere UFO-ähnliche Flugkörper mit unbekannten Antriebssystemen.
Die Erzählungen verbinden verschiedene Motive miteinander: die tatsächliche technische Entwicklung während des Zweiten Weltkriegs, die nationalsozialistische Propaganda von der „Wunderwaffe“, spätere UFO-Geschichten und esoterische Spekulationen. Aus realen Raketenprogrammen und Flugzeugentwicklungen wird so rückblickend eine Fantasie technischer Überlegenheit.
Mehr als Science-Fiction: Warum die Erzählung für die extreme Rechte attraktiv ist
Die Geschichten über Neuschwabenland und „Reichsflugscheiben“ sind nicht nur ein Motiv von Science-Fiction, Esoterik und Popkultur. Sie spielen auch in rechtsextremen, geschichtsrevisionistischen und Reichsbürger-Milieus eine wichtige Rolle.
Dort kann die angebliche Flucht der NS-Elite in die Antarktis eine doppelte Funktion erfüllen. Sie erklärt die Niederlage des Nationalsozialismus nicht als endgültigen Zusammenbruch, sondern als Rückzug. Die NS-Elite erscheint weiterhin mächtig und überlegen – nur eben verborgen. Gleichzeitig entsteht die Hoffnung, diese verborgene Macht könne eines Tages zurückkehren.
In Reichsbürger- und verschwörungsideologischen Milieus verbindet sich diese Vorstellung häufig mit der Behauptung, Deutschland sei bis heute von den Alliierten besetzt und seine staatliche Ordnung sei nicht legitim. Antisemitischen Erzählungen sehen hinter dieser vermeintlichen Fremdherrschaft weiterhin eine „jüdische Weltverschwörung“ am Werk. Neuschwabenland wird so zum sicheren Zufluchtsort einer vermeintlich weiterhin bestehenden NS-deutschen Macht.
Dabei steht diesem Mythos eine andere, reale Geschichte gegenüber: Zahlreiche NS-Täter flohen nach 1945 über Fluchtnetzwerke in verschiedene Teile der Welt. Viele konnten dort jahrelang oder dauerhaft unbehelligt leben; einige setzten ihre Gewaltkarrieren fort oder arbeiteten für Sicherheitsapparate und autoritäre Regime. Der Fall Klaus Barbie zeigt besonders drastisch, dass die Flucht mancher NS-Täter keineswegs das Ende ihres Einflusses bedeutete. Barbie gelangte über eine Fluchtroute nach Bolivien, wo er unter anderem Kontakte zu Sicherheitsapparaten und autoritären politischen Kreisen unterhielt. Der NS-Verbrecher Alois Brunner floh 1954 über Ägypten nach Syrien und beriet dort nachweislich den syrischen Geheimdienst; Berichte zufolge vermittelte er dabei unter anderem nationalsozialistische Verhör- und Foltermethoden.
Die reale Geschichte der NS-Fluchten macht den Mythos jedoch nicht wahrscheinlicher. Die tatsächlichen Fluchtwege führten über bekannte Netzwerke und in Staaten, in denen sich geflohene Nationalsozialisten tatsächlich niederlassen konnten. Für eine geheime Massenflucht in eine autarke Festung in der Antarktis fehlen dagegen belastbare historische Belege.
Die Antarktis als Ort des Geheimnisses
Die besondere Wirkung der Neuschwabenland-Geschichte hängt auch mit dem Ort selbst zusammen. Die Antarktis ist riesig, extrem und nur schwer zugänglich. Große Teile des Kontinents sind unbewohnt. Forschungsstationen liegen oft weit voneinander entfernt, Reisen sind aufwendig und bestimmte Gebiete können nur unter besonderen Bedingungen erreicht werden.
Für die meisten Menschen bleibt die Antarktis deshalb abstrakt. Sie kennen sie aus Satellitenbildern, Dokumentationen oder Erzählungen – aber nicht aus eigener Erfahrung. Diese Distanz kann Spekulationen begünstigen. Wo sich nur wenige Menschen selbst ein Bild machen können, entsteht leichter die Vorstellung, dass hinter der sichtbaren Realität noch etwas verborgen sein könnte.
Hinzu kommt ein scheinbares Paradox: Die Antarktis ist zwar schwer zugänglich, aber keineswegs ein unbekannter oder völlig unerforschter Raum. Der Kontinent wird seit Jahrzehnten wissenschaftlich untersucht, kartiert und regelmäßig von Forschungsteams bereist. Aufgrund der extremen klimatischen und logistischen Bedingungen müssen Forschende und andere Beschäftigte vor einem Einsatz spezielle Auswahl- und Eignungsverfahren durchlaufen.
Was es mit den „Sperrzonen“ auf sich hat
Ein wichtiger Bestandteil der Geschichten über geheime Antarktisbasen sind angebliche Sperrzonen. Tatsächlich gibt es in der Antarktis Gebiete mit Zugangsbeschränkungen. Einige dürfen nur mit Genehmigung betreten werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass es sich um geheime militärische Zonen handelt.
Die Antarktis unterliegt einem umfangreichen internationalen Vertragssystem. Besonders empfindliche Ökosysteme, wissenschaftlich bedeutende Gebiete und historische Stätten können geschützt werden. Für sogenannte besonders geschützte Gebiete gelten daher besondere Regeln.
Auch Sicherheit spielt eine Rolle. Extreme Wetterbedingungen, Gletscherspalten, wissenschaftliche Forschungsarbeiten und der Schutz von Tier- und Pflanzenwelt können den Zugang zu bestimmten Orten einschränken. Die Regeln und Schutzgebiete sind öffentlich dokumentiert.
Auch die Vorstellung, die Antarktis könne wegen solcher Beschränkungen grundsätzlich nicht kontrolliert oder inspiziert werden, widerspricht dem Antarktisvertrag. Dieser sieht ausdrücklich internationale Inspektionen vor. Vertragsstaaten können Stationen, Anlagen, Schiffe und Flugzeuge in der Antarktis inspizieren.
Die Antarktis und die neue Weltpolitik
Heute bekommt die Antarktis auch in geopolitischen Debatten zunehmend Aufmerksamkeit. Staaten unterhalten Forschungsstationen, investieren in Logistik und führen wissenschaftliche Programme durch. China, Russland, die USA und zahlreiche europäische Staaten sind auf dem Kontinent präsent. Dahinter stehen unterschiedliche Interessen: wissenschaftliche Forschung, internationale Zusammenarbeit, Prestige und langfristige strategische Überlegungen.
Das macht die Antarktis politisch interessant, aber nicht zum Schauplatz einer geheimen Fortsetzung des Zweiten Weltkriegs. Das Antarktisvertragssystem setzt den staatlichen Interessen einen besonderen rechtlichen Rahmen und schreibt die friedliche Nutzung des Kontinents fest. Gerade die reale politische Bedeutung des Kontinents liefert jedoch neuen Stoff für alte Erzählungsmuster. Aus Forschungsstationen werden dann angebliche Militärbasen, aus wissenschaftlicher Zusammenarbeit geheime Machtabsprachen und aus tatsächlichen geopolitischen Interessen ein verborgener Kampf.
Eine Geschichte, die immer größer wird
Die Erzählungen über Neuschwabenland und "Reichsflugscheiben" funktionieren auch deshalb so gut, weil sie sich ständig erweitern lassen. Eine deutsche Expedition führt zu Geschichten über eine geheime Basis. Daraus entstehen Erzählungen über U-Boote und geflohene NS-Eliten. Die Idee der geheimen Basis verbindet sich mit Reichsflugscheiben, UFOs und esoterischen Energien. Später kommen Geschichten über geheime Regierungen, unterirdische Welten und eine angeblich manipulierte Geschichtsschreibung hinzu.
Viele der vermeintlichen Belege beruhen dabei auf demselben Muster: Ein reales Ereignis wird aus seinem historischen Zusammenhang gelöst und mit einer anderen Geschichte verbunden. Die verspätete Ankunft zweier U-Boote wird zum Hinweis auf eine Antarktisflucht, eine amerikanische Expedition zum Angriff auf eine Nazi-Festung und Atomtests im Südatlantik zu deren angeblicher Zerstörung.
Widersprüchliche oder fehlende Belege werden wiederum als Beweis für eine Vertuschung interpretiert. Damit wird die Erzählung nahezu unangreifbar: Bestätigt eine Quelle die Geschichte scheinbar, gilt sie als Beleg; widerspricht sie, gilt sie als Teil der Vertuschung.
Zwischen Antarktisexpedition und Fantasie vom verborgenen Reich
Die Expedition von 1938/39 war Teil der Geschichte des Nationalsozialismus und seiner wirtschaftlichen, politischen und propagandistischen Ambitionen. Sie gehört damit in einen historischen Kontext, der weit weniger geheimnisvoll ist als die Geschichten, die später um sie herum entstanden.
Über Jahrzehnte haben sich reale historische Fragmente mit Science-Fiction, Esoterik, UFO-Mythen, rechtsextremer Geschichtsrevision und modernen Verschwörungserzählungen verbunden.
Die historische Überprüfung der zentralen Behauptungen ergibt dagegen ein anderes Bild: Für eine geheime deutsche Festung in der Antarktis, die Flucht Hitlers oder einer NS-Führung dorthin, Reichsflugscheiben oder einen militärischen Angriff auf eine solche Basis gibt es keine belastbaren Belege.
Der Mythos erzählt deshalb weniger über ein verborgenes Reich im Eis als über die Bedürfnisse, Ängste und politischen Vorstellungen der Menschen und Milieus, die ihn immer wieder neu erzählen.
Zum Weiterlesen:
Bayern 2 Kalenderblatt, 02.12.2021: „2. Dezember 1946 ‚Operation Highjump‘ beginnt“.
Blume, Michael (2020): „Verschwörungsfragen 21: Nazis in Reichsflugscheiben, UFO-Antisemitismus“. Spektrum.
Besonders geeignet für die Verbindung von Reichsflugscheiben, Antisemitismus, Neuschwabenland und rechtsextremen Weltbildern. Blume stellt auch die Funktion der Erzählung nach der deutschen Niederlage heraus.
Bundeszentrale für politische Bildung / Johannes Baldauf (2015): „Jüdische Weltverschwörung, UFOs und das NSU-Phantom“.
Besonders relevant für die Verbindung von Neuschwabenland, Reichsflugscheiben, Antisemitismus und rechtsextremen Verschwörungserzählungen.
Bundeszentrale für politische Bildung: „Reichsbürgerbewegung“.
Hilfreich, um die Einbindung des Reichsflugscheiben- und Neuschwabenland-Mythos in Reichsbürger- und rechtsextreme Weltbilder einzuordnen.
Videos der Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens (GEP) – „Die Genese des Reichsflugscheiben-Mythos“
André Kramer beschäftigt sich hier ausdrücklich mit der Frage, wann und wie der Mythos entstand und wie er über Jahrzehnte weiterentwickelt wurde.
Hümmler, Holm: „Neuschwabenland – Verschwörung, Mythos oder Ammenmärchen?“, Skeptiker 3/2013, S. 100–106.
Kompakte Einordnung der historischen Expedition und der späteren Verschwörungserzählungen.
Lüdecke, Cornelia: In geheimer Mission zur Antarktis. Die dritte Deutsche Antarktische Expedition 1938/39 und der Plan einer territorialen Festsetzung zur Sicherung des Walfangs. In: Deutsches Schifffahrtsarchiv. Band 26, 2003, S. 75–100.
Cornelia Lüdecke untersucht die deutsche Antarktisexpedition von 1938/39 und ordnet ihre wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und territorialpolitischen Ziele in den Kontext der NS-Zeit ein.
Ritscher, Alfred (Hg.): Wissenschaftliche und fliegerische Ergebnisse der Deutschen Antarktischen Expedition 1938/39. Koehler & Amelang, 1942.
Die zeitgenössische wissenschaftliche Dokumentation der Expedition – als Primärquelle für eine kritische Lektüre besonders interessant. Ein Klick auf den Link startet den PDF-Download der digitalen Bibliothek des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie.
Scholz, Michael (2023): Von Eis-Nazis, Flugscheiben und geheimen U-Booten. Die Wahrheit über Neuschwabenland. Alibri.
Eine aktuelle deutschsprachige Auseinandersetzung mit der Expedition von 1938/39 und der Entstehung des Neuschwabenland-Mythos.
Summerhayes, Colin / Beeching, Peter (2007): „Hitler’s Antarctic Base: The Myth and the Reality“, Polar Record 43, S. 1-21.
Englischsprachig, aber wissenschaftlich eine der wichtigsten Arbeiten zur historischen Grundlage des Mythos.
VDI nachrichten – Interview mit Gerhard Wiechmann: „Reichsflugscheiben: Historiker entzaubert den Mythos der Nazi-Ufos“
Besonders interessant für die Entstehung des Mythos in den 1950er-Jahren und seine Vermischung mit esoterischem Neonazismus in den 1990er-Jahren.
Wiechmann, Gerhard (2022): „Von der deutschen Flugscheibe zum Nazi-UFO …“ De Gruyter
Wiechmann untersucht die Entstehung und Verbreitung des Reichsflugscheiben-Mythos seit den 1950er-Jahren und verfolgt die Rolle von Presse, Fernsehen und Bundeswehr.
Zeit online / Joachim Riedl (2012): "Wiege der Nazi-Ufos. NS-Zeit in Österreich."
Älter, aber explizit zum Thema. Der Artikel behandelt unter anderem Viktor Schauberger, angebliche SS-Forschung und die spätere Vorstellung von Reichsflugscheiben. Für den Kontext „reale technische Entwicklungen und spätere Mythologisierung“ interessant.
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