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Zum Zusammenhang von Antifeminismus und Verschwörungsdenken

Antifeminismus, Antisemitismus und Verschwörungsideologien

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Wusstet ihr, dass der Feminismus von den Juden installiert wurde, um die Männer in westlichen Gesellschaften zu verweichlichen? Dann sind die nämlich zu schwach, um sich gegen den „großen Austausch“ zu wehren, bei dem die Europäer mit Leuten aus asiatischen, arabischen oder afrikanischen Ländern ersetzt werden sollen. Statt also mit Streitaxt und Keule das Abendland zu verteidigen, widmen sich Männer immer häufiger so unmännlichen Dingen wie der Kindererziehung, der Hausarbeit oder der psychotherapeutischen Bearbeitung ihrer Kindheit. Das ist nur ein Beispiel in der langen Geschichte des Zusammenwirkens von Antifeminismus und antisemitischen Verschwörungserzählungen.

In den letzten Jahren ist u.a. für Deutschland eine erneute Zunahme von antifeministischen und sexistischen Einstellungen feststellbar[1]. Diese geht einher mit hohen Zustimmungswerten zu antisemitischen Aussagen (ebd.) und steigenden Zahlen extremer antisemitischer Gewalt[2]. Umso wichtiger also, antifeministische Narrative zu kennen und sich über ihre Verbindung zum Antisemitismus zu informieren.

Historisch: Frauenbewegung und Gegenbewegungen

Frauenbewegungen rückten als Teil des Kampfes um Menschen- & Bürger(innen)rechte, Menschenwürde, bürgerliche Emanzipation und Selbstbestimmung stärker denn je als politische Strömung von Aufklärung und Moderne auch ins Visier ihrer Gegner. Wie auch andere gesellschaftliche Anliegen einer freier und demokratischer werdenden Gesellschaft wurde die Gleichberechtigung und Befreiung der Frau als die Umkehrung der Verhältnisse gesehen, die sie tatsächlich war: als Revolution. Frauenbewegungen stellten sich gegen eine gesellschaftliche Ordnung, die Frauen als minderwertig im Vergleich zu Männern einstufte. Diese Ordnung war politisch, aber beispielsweise auch wissenschaftlich gestützt, etwa durch medizinische und biologische Befunde, die nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige Schwäche von Frauen belegen sollten. Daraus wurden wiederum gesellschaftliche Schlüsse gezogen: so seien Frauen grundsätzlich triebhafte und animalische Wesen, die einer starken Kontrolle und Führung – natürlich durch Männer – bedürften, um ihre gesellschaftliche Rolle als Mütter und Ehefrauen auszufüllen[3]. Etwa zeitgleich mit der Bildung der organisierten Frauenbewegung in Europa schlossen sich auch ihre Gegner zusammen. So wurde in Deutschland beispielsweise 1912 der „Bund zur Bekämpfung der Frauenemanzipation“ gegründet – nicht zufällig dominiert von deutschnationalen Antisemiten. Die sahen nämlich hinter gesellschaftlicher Modernisierung schon früh eine jüdisch-weibliche Verschwörung gegen die deutsche Männerheit am Werk. Bereits seit langem interessierte die Antisemiten die jüdische Geschlechterordnung und es rankten sich Gerüchte um ausschweifende Sexualität, um mysteriöse Beschneidungsriten, um angeblich dominante Jüdinnen und verweichlichte, „verweiblichte“ Juden[4]. Hier konnte auf uralte antisemitische Erzählungen über Juden und Jüdinnen als Grenzüberschreiter, als nicht-zuordenbare „Andere“ aufgebaut werden[5]. Jüdinnen wurden in diffamierender Absicht als Vorreiterinnen der Emanzipation, als „Mannsweiber“ oder „teuflische“ Revolutionärinnen und Verführerinnen der eigentlich ganz braven „deutschen Frau“ gezeichnet[6]. Wie auch heute wurde das Drohszenario einer Aufweichung von Geschlechtergrenzen gemalt, die dem deutschen Mann alles nähme, was ihn bis dahin ausmachte. Ironischerweise wurde der Idealtypus des ernährenden, produktiven, kriegerischen Mannes wesentlich von sich selbst aufgelöst: der Kriegseinsatz, der nicht nur von den Nationalsozialisten zur Mannespflicht und -ehre idealisiert wurde, führte historisch immer wieder dazu, dass Frauen stärker in die produktive Sphäre integriert wurden, weil sie zusätzlich zur Hausarbeit und Kindererziehung z.B. auch Fabrikarbeit übernahmen, die zuvor „Männerarbeit“ gewesen war; eine Entwicklung, die beispielsweise in den Jahren des Ersten Weltkriegs – neben allem Horror – mitunter zu eigenem Einkommen, gestärkten Selbstbewusstsein und größerer Unabhängigkeit führte.

Einmal mehr wurden in einer Kombination von Antifeminismus und Antisemitismus solche gesellschaftlichen Entwicklungen personifiziert und auf geheimes jüdisches Wirken zurückgeführt, womit zugleich praktischerweise die Selbstbestimmtheit und Handlungsmacht der Frauen(-rechtlerinnen) geleugnet werden konnte[7].

Aktuelle Auseinandersetzungen: das Beispiel „großer Austausch“

Grundsätzliche Bürger(innen)- und Menschenrechte sind für Frauen in den meisten westlichen Gesellschaften größtenteils gegeben und verwirklicht. Die Situation ist in islamistisch und anderen patriarchal beherrschten Ländern und Gesellschaften eine andere, die Anliegen und Kämpfe der Frauen* haben eigene Schwerpunkte. Die Gegner des Feminismus sind sich aber häufig ideologisch viel näher als geografisch. Europäische und amerikanische Antifeministen stimmen beispielsweise häufig mit iranischen Mullahs oder den Taliban darin überein, dass Frauen sich in ein bestimmtes Verhaltensregime fügen müssen, um Männer davon abzuhalten, ihnen Gewalt anzutun. Und hier kommen wir zurück zum Anfang: die Verschwörungserzählung vom „großen Austausch“ vereint in sich misogyne, sexistische, rassistische und antisemitische Ideologie und ist für diverse Gruppen anschlussfähig.

Einen Überblick und Material über den Plot der Erzählung bieten wir im Beitrag zum „großen Austausch“ hier auf der Seite. Es gibt also angeblich einen Plan, respektive deutsche, europäische, amerikanische – vor allem „weiße“ Bevölkerungen durch Menschen aus dem arabischen und afrikanischen Raum zu ersetzen. George Soros taucht immer wieder als Personifikation dieses Plans auf, was als antisemitische Markierung einer angeblichen jüdischen Urheberschaft dieses Er- und Zersetzungsplanes fungiert. Imaginiertes Einfallstor für diese Zersetzung der „autochthonen“ Völker sind nicht nur die Landesgrenzen, sondern in der Folge auch der Uterus bzw. die Fortpflanzung. Diese Sphäre ist in antifeministischer Sicht besonders gefährdet, weil Frauen – im Weltbild oft genug auf die Rolle als Mutter reduziert – weder stark noch vernünftig genug sind, sich zu schützen und die angebliche Minderwertigkeit der „Fremden“ zu erkennen. Migranten aus Afrika und dem Nahen und Mittleren Osten gelten den Vertretern dieser Verschwörungserzählung als – wenn auch „rassisch“ als minderwertig angesehen – weniger verweichlicht, was die Angst schürt, sie seien für weiße/deutsche Frauen attraktiver und hätten damit bessere Fortpflanzungschancen. Diese sehr biologistische Weltsicht, die keine Gesellschaftlichkeit, sondern nur (Fortpflanzungs-)Konkurrenz ums Überleben kennt, ist typisch für extrem rechte Ideologie. Auch im Nationalsozialismus wurde mit dem rassistischen Konzept der „Rassenschande“ Frauen auferlegt, die Phantasie eines „reinen Volkskörpers“ voranzubringen. Erneut taucht hier das altbekannte Motiv auf, wonach Frauen reine Triebwesen seien, die der Unterdrückung aka „Führung“ durch Männer, z.B. in Form eines patriarchalen Gesellschaftssystems bedürfen. Als Pendant wird ein Ideal „echter“ Männer angestrebt, die nicht nur „ihre“ Frauen unter Kontrolle haben, sondern auch die rassistisch markierten Fremden zurückschlagen können. Die Erzählung ist beispielsweise in (online-)Räumen der sog. Incels (für involuntary celibate, also unfreiwillig enthaltsam) eines der Hauptmotive[8]. Unter anderem in diesen Kreisen gilt der Feminismus als Strategie, Männer durch Sexualität zu kontrollieren, wobei der sexuelle Reiz immer sehr eng mit Angstgefühlen verbunden ist, wie sich z.B. in der antifeministischen Behauptung zeigt, Frauen würden den Vorwurf sexueller Gewalt grundsätzlich als Werkzeug der Unterdrückung der Männer nutzen. Das erinnert mitunter an die Behauptung, Juden und Jüdinnen würden den Antisemitismusvorwurf nutzen, um Sprechverbote durchzusetzen – die Idee der sogenannten „Antisemitismuskeule“.

Die völkische Vorstellung, wonach das Volk eine Art Organismus oder „Volkskörper“ bildet, geht immer auch mit der Angst einher, dass dieser verletzt oder sogar getötet werden könnte. Eine abstrakt gedachte Gesellschaft kann sich durch Einflüsse und Entwicklungen verändern, sie ist aber nicht sterblich. Der Volkskörper schon, weshalb eine ihm angeblich drohende Gefahr (Stichwort: „Volkstod“) seine Fans in ähnlicher Weise zu Handlungen motivieren kann wie das bei anderen Verschwörungserzählungen, z.B. bei angeblich gefährdeten Kindern, der Fall ist. Rechtsterroristische Attentäter haben diese Gefahr in der Vergangenheit immer wieder belegt. 

Antisemitismus und Antifeminismus als Reaktionen auf neue Ordnungen

Wie keine andere Ideologie eignet sich der Antisemitismus, gerade in Form von Verschwörungserzählungen, um unerwünschte oder überfordernde gesellschaftliche Entwicklungen und daraus erwachsende veränderte Ansprüche für die Einzelnen als Werk personifizierter Feindbilder darzustellen[9].
Sowohl Juden als auch Frauen werden von ihren Feinden mit einer eigenartigen Kombination von Schwäche und Macht assoziiert. Trotz der ihnen zugeschriebenen körperlichen Schwäche stellen sie eine Gefahr dar: der Antisemitismus erklärt sie durch Strippenzieherei, durch unheimlichen Reichtum und geheime Bünde, der Antifeminismus durch sexuelle Unwiderstehlichkeit, durch die Macht über Geburt und damit Fortpflanzung, mitunter auch durch geheimes Wissen und übersinnliche Fähigkeiten. Diese Eigenschaften ausschließlich konkreten Personen oder Bevölkerungsgruppen zuzuschreiben, um sie darin zu bekämpfen, stellt die gefährliche Personifizierung dar. Zweifelsohne fanden und finden aber soziale Entwicklungen statt, die bestimmte Arten von Macht, Stärke und Ordnung auf- und ablösen.

Ein Blick auf die jahrhundertealte Geschichte weiblicher Emanzipation und auf Debatten über Geschlechterordnungen beweist, dass hinter diesen komplexen, vielfältigen und oft widersprüchlichen Programmen unmöglich eine kleine steuernde Gruppe stehen kann.


 

[1] Vgl. bspw. https://www.boell.de/sites/default/files/2022-11/decker-kiess-heller-braehler-2022-leipziger-autoritarismus-studie-autoritaere-dynamiken-in-unsicheren-zeiten_0.pdf 

[2] Vgl. Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e. V. (2023): Antisemitische Vorfälle in Deutschland 2022. Jahresbericht.; https://www.report-antisemitism.de/annuals/ 

[3] Zum Weiterlesen: Planert, Ute (1998): Antifeminismus im Kaiserreich. Diskurs, soziale Formation und politische Mentalität. Göttingen.

[4] Vgl. bspw. Ionescu, Dana (2018): Judenbilder in der deutschen Beschneidungskontroverse. Nomos.

[5] Zum Weiterlesen: A.G. Gender Killer (Hg.): Geschlechterbilder im Nationalsozialismus. Eine Annäherung an den alltäglichen Antisemitismus. In: Antisemitismus und Geschlecht. Von „maskulinisierten Jüdinnen“, „effeminierten Juden“ und anderen Geschlechterbildern, Münster 2005, S. 9-67.

[6] Vgl. bspw. Stögner, Karin (2014): Antisemitismus und Sexismus. Historisch-gesellschaftliche Konstellationen. Nomos.

[7] Vgl. bspw. Braukmann, Stephanie (2003): „Die kapitalistische Gesellschaft schachert mit Allem und Jedem“. Die proletarisch-sozialistische Frauenbewegung im Kaiserreich und der Antisemitismus. Ariadne – Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichte 43: 6-13.

[8] Vgl. bspw. Kracher, Veronika (2020): Incels. Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults. Mainz: Ventil-Verlag.

[9] Zum Weiterlesen: Fedders, Jonas (2018): „Die Rockefellers und Rothschilds haben den Feminismus erfunden.“ Einige Anmerkungen zum Verhältnis von Antifeminismus und Antisemitismus. In: Antifeminismus in Bewegung. Aktuelle Debatten um Geschlecht und sexuelle Vielfalt, Juliane Lang/Ulrich Peters (Hg.), Hamburg, S. 213-232.

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1.	8. März Internationaler Frauentag. Zum Zusammenhang von Antifeminismus und Verschwörungsdenken
2.	Historisch. Antifeminismus ist die ablehnende Reaktion auf feministische Bewegungen, wie sie vor allem ab dem 19. Jahrhundert entstanden. Schon damals verband er sich mit  Antisemitismus und damit zusammenhängenden Verschwörungserzählungen. Demnach seien es die Juden, die den Feminismus erfunden hätten, um Männer zu verweichlichen und so das Volk angeblich zu zersetzen.
3.	Aktualisierung – 1. In seiner modernisierten Variante verbindet sich dieses Motiv z.B. mit der Verschwörungserzählung über den “großen Austausch”. Es seien “jüdische Eliten”, die Migrationsströme nach Europa leiten würden und zugleich über den Feminismus die deutschen Männer verweichlichten, die so nicht mehr zum Abwehrkampf bereit wären.
4.	Aktualisierung – 2. Außerdem führe der von Juden - teilweise werden auch explizit Jüdinnen als feindliche Agentinnen markiert - ins Werk gesetzte Feminismus auch zum Rückgang der Geburtenraten unter den rassistisch definierten “echten Deutschen”. Höhere Geburtenraten bei allen, die diesem völkischen Bild nicht entsprechen, würden dann über die Zeit zu “Volkstod” und “Replacement” führen.
5.	Die Fakten. Die Selbstbestimmung von Frauen* als eine Verschwörung abzutun, die von dunklen Mächten herbeigeführt wird, anstatt von Frauen* selbst erkämpft, ist vor allem in extrem rechten und islamistischen Kreisen eine beliebte Strategie, um die eigene regressive Ordnung zu verteidigen. Dafür wird eine äußere Bedrohung in Form jüdischer Verschwörer erfunden, die die eigene Gemeinschaft angreifen würde.
6.	Tun wir etwas dagegen! Der 8. März ist ein guter Anlass, um darauf hinzuweisen, dass es ganz besonders oft Frauen* sind, die von Verschwörungsideolog*innen ins Visier genommen werden. Auch in den Kommentarspalten der Sozialen Medien. Lasst uns gemeinsam solidarisch sein und gegen Verschwörungsmythen jeder Art, gegen Sexismus und Antifeminismus zusammenstehen!
Der 8. März ist der internationale Frauentag. Wir wollen diesen Anlass nutzen, um über den Zusammenhang von Antifeminismus und Verschwörungsdenken zu sprechen.

Antifeminismus ist die ablehnende Reaktion auf feministische Bewegungen, wie sie vor allem ab dem 19. Jahrhundert entstanden. Schon damals verband er sich mit Antisemitismus und damit zusammenhängenden Verschwörungserzählungen. Demnach seien es die Juden, die den Feminismus erfunden hätten, um Männer zu verweichlichen und so das Volk angeblich zu zersetzen.

In seiner modernisierten Variante verbindet sich dieses Motiv z.B. mit der Verschwörungserzählung über den “großen Austausch”. Es seien “jüdische Eliten”, die Migrationsströme nach Europa leiten würden und zugleich über den Feminismus die deutschen Männer verweichlichten, die so nicht mehr zum Abwehrkampf bereit wären. Außerdem führe der von Juden - teilweise werden auch explizit Jüdinnen als feindliche Agentinnen markiert - ins Werk gesetzte Feminismus auch zum Rückgang der Geburtenraten unter den rassistisch definierten “echten Deutschen”. Höhere Geburtenraten bei allen, die diesem völkischen Bild nicht entsprechen, würden dann über die Zeit zu “Volkstod” und “Replacement” führen.

Die Selbstbestimmung von Frauen* als eine Verschwörung abzutun, die von dunklen Mächten herbeigeführt wird, anstatt von Frauen* selbst erkämpft, ist vor allem in extrem rechten und islamistischen Kreisen eine beliebte Strategie, um die eigene regressive Ordnung zu verteidigen. Dafür wird eine äußere Bedrohung in Form jüdischer Verschwörer erfunden, die die eigene Gemeinschaft angreifen würde.

Tun wir etwas dagegen! Der 8. März ist ein guter Anlass, um darauf hinzuweisen, dass es ganz besonders oft Frauen* sind, die von Verschwörungsideolog*innen ins Visier genommen werden. Auch in den Kommentarspalten der Sozialen Medien. Lasst uns gemeinsam solidarisch sein und gegen Verschwörungsmythen jeder Art, gegen Sexismus und Antifeminismus zusammenstehen!
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1.	8. März Internationaler Frauentag. Zum Zusammenhang von Antifeminismus und Verschwörungsdenken
2.	Historisch. Antifeminismus ist die ablehnende Reaktion auf feministische Bewegungen, wie sie vor allem ab dem 19. Jahrhundert entstanden. Schon damals verband er sich mit  Antisemitismus und damit zusammenhängenden Verschwörungserzählungen. Demnach seien es die Juden, die den Feminismus erfunden hätten, um Männer zu verweichlichen und so das Volk angeblich zu zersetzen.
3.	Aktualisierung – 1. In seiner modernisierten Variante verbindet sich dieses Motiv z.B. mit der Verschwörungserzählung über den “großen Austausch”. Es seien “jüdische Eliten”, die Migrationsströme nach Europa leiten würden und zugleich über den Feminismus die deutschen Männer verweichlichten, die so nicht mehr zum Abwehrkampf bereit wären.
4.	Aktualisierung – 2. Außerdem führe der von Juden - teilweise werden auch explizit Jüdinnen als feindliche Agentinnen markiert - ins Werk gesetzte Feminismus auch zum Rückgang der Geburtenraten unter den rassistisch definierten “echten Deutschen”. Höhere Geburtenraten bei allen, die diesem völkischen Bild nicht entsprechen, würden dann über die Zeit zu “Volkstod” und “Replacement” führen.
5.	Die Fakten. Die Selbstbestimmung von Frauen* als eine Verschwörung abzutun, die von dunklen Mächten herbeigeführt wird, anstatt von Frauen* selbst erkämpft, ist vor allem in extrem rechten und islamistischen Kreisen eine beliebte Strategie, um die eigene regressive Ordnung zu verteidigen. Dafür wird eine äußere Bedrohung in Form jüdischer Verschwörer erfunden, die die eigene Gemeinschaft angreifen würde.
6.	Tun wir etwas dagegen! Der 8. März ist ein guter Anlass, um darauf hinzuweisen, dass es ganz besonders oft Frauen* sind, die von Verschwörungsideolog*innen ins Visier genommen werden. Auch in den Kommentarspalten der Sozialen Medien. Lasst uns gemeinsam solidarisch sein und gegen Verschwörungsmythen jeder Art, gegen Sexismus und Antifeminismus zusammenstehen!
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Antifeminismus ist die ablehnende Reaktion auf feministische Bewegungen, wie sie vor allem ab dem 19. Jahrhundert entstanden. Schon damals verband er sich mit Antisemitismus und damit zusammenhängenden Verschwörungserzählungen. Demnach seien es die Juden, die den Feminismus erfunden hätten, um Männer zu verweichlichen und so das Volk angeblich zu zersetzen.

In seiner modernisierten Variante verbindet sich dieses Motiv z.B. mit der Verschwörungserzählung über den “großen Austausch”. Es seien “jüdische Eliten”, die Migrationsströme nach Europa leiten würden und zugleich über den Feminismus die deutschen Männer verweichlichten, die so nicht mehr zum Abwehrkampf bereit wären. Außerdem führe der von Juden - teilweise werden auch explizit Jüdinnen als feindliche Agentinnen markiert - ins Werk gesetzte Feminismus auch zum Rückgang der Geburtenraten unter den rassistisch definierten “echten Deutschen”. Höhere Geburtenraten bei allen, die diesem völkischen Bild nicht entsprechen, würden dann über die Zeit zu “Volkstod” und “Replacement” führen.

Die Selbstbestimmung von Frauen* als eine Verschwörung abzutun, die von dunklen Mächten herbeigeführt wird, anstatt von Frauen* selbst erkämpft, ist vor allem in extrem rechten und islamistischen Kreisen eine beliebte Strategie, um die eigene regressive Ordnung zu verteidigen. Dafür wird eine äußere Bedrohung in Form jüdischer Verschwörer erfunden, die die eigene Gemeinschaft angreifen würde.

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Antifeminismus ist die ablehnende Reaktion auf feministische Bewegungen, wie sie ab dem 19. Jh entstanden. Schon damals verband er sich mit Antisemitismus und Verschwörungserzählungen. Die Juden hätten den Feminismus erfunden, um Männer zu verweichlichen und das Volk zu zersetzen

In seiner modernisierten Variante verbindet sich dieses Motiv z.B. mit der Verschwörungserzählung über den “großen Austausch”. Es seien “jüdische Eliten”, die Migrationsströme nach Europa leiten würden und zugleich über den Feminismus die deutschen Männer verweichlichten,

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Höhere Geburtenraten bei allen, die diesem völkischen Bild nicht entsprechen, würden dann über die Zeit zu “Volkstod” und “Replacement” führen.

Die Selbstbestimmung von Frauen* als eine Verschwörung abzutun, die von dunklen Mächten herbeigeführt wird, anstatt von Frauen* selbst erkämpft, ist vor allem in extrem rechten und islamistischen Kreisen eine beliebte Strategie, um die eigene regressive Ordnung zu verteidigen.

Dafür wird eine äußere Bedrohung in Form jüdischer Verschwörer erfunden, die die eigene Gemeinschaft angreifen würde.
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